Neue Ernährungsquellen Teil 2

Wissenschaftstagung an der ETH „Erschliessung neuer Ernährungsquellen“

schneckenkaviar

Gugumuck, die Wiener Schneckenzucht

Die Wiener Schneckenzucht wurde an der Wissenschaftstagung „Erschliessung neuer Ernährungsquellen“ an der ETH Zürich von Andreas Gugumuck persönlich vorgestellt.

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Quelle Bild: http://www.gugumuck.at

Andreas Gugumuck gab seinen Job als Wirtschafts-informatiker auf und begann Weinbergschnecken zu züchten. 2014 gründete er seine Future Farm. Diese setzt sich für eine neuartige und nachhaltige Landwirtschaft ein. Die Vision: Zukunftsorientiere und gesunde Nahrungsmittel produzieren, die ökologisch vertretbar sind.

Für den Mut, eine solche Farm zu gründen, wurde Andreas Gugumuck vom Europäischen Parlament zum „Best Young Farmer of Europe“ ausgezeichnet.

Doch welche Fakten sprechen für den Konsum von Schnecken?

Erstens: Die Schnecke braucht wenig Platz und wenig Futter. Für die Produktion von einem Kilogramm Schnecken-Muskelfleisch braucht es 85 % weniger Futtermittel als für ein Kilo Rind. Zweitens hat ein Kilogramm Schneckenfleisch viermal mehr Proteine als Muskelfleisch vom Rind.

Schnecken zu essen, sei zudem ethischer als das Verspeisen von Schwein. Denn das Schwein sei dem Homosapiens näher als ein Hund, sagte Andreas Gugumuck, was sofort zu einem kollektiven Schmunzeln bei den Zuhörern im Saal führte.

Natürlich durften die Zuhörer dann auch etwas probieren – es gab Schnecken-Kaviar mit Waldaroma aus dem Parfümstäuber. Schnecken-Kaviar ist eine Delikatesse, die eine grobe, klare Kaviar-Form aber keinen «Fischgeruch» aufweist.
Dem Schnecken-Kaviar kann man daher jeden beliebigen Geschmack beifügen. Einige der besten Restaurants der Welt haben ihn bereits auf der Karte. So zum Beispiel das Restaurant Steirereck von Heinz Reitbauer (9. Platz in „World’s 50 Best Restaurants“) in Wien. https://www.steirereck.at/restaurant/

Mit einem Klick auf den folgenden Link können Sie sich etwas genauer über die Farm und deren Angebote informieren: http://www.gugumuck.at/future-farm/unsere-schneckenfarm/

Und vielleicht haben Sie beim nächsten Aufenthalt in Wien ja sogar Zeit, auf der Gugumuck Schneckenfarm vorbeizuschauen – es würde sich lohnen!

Neue Ernährungsquellen Teil 1

Wissenschaftstagung an der ETH „Erschliessung neuer Ernährungsquellen“

schwarze-gipfeli

Mit hausgemachten schwarzen Gipfeli, Insekten-Snacks und Erklärungen zur Wunderpflanze Moringa begann die Wissenschaftstagung „Erschliessung neuer Ernährungsquellen“ an der ETH Zürich.

Erich Windhab, Professor für Lebensmittelverfahrenstechnik an der ETH, eröffnete die spannenden und informativen Vorträge mit den treffenden Worten „Wir leben in einer Welt des Überflusses“. In einem kurzen aber intensiven Vortrag sprach er über „Neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik“ und regte die Zuhörer mit erschreckenden Fakten zum Denken an. So leiden beispielsweise 868 Millionen Menschen auf der Welt an Unterernährung. Demgegenüber stehen 1.5 Milliarden – also fast doppelt so viele – Menschen mit Übergewicht, so der Professor.

pipetteErich Windhab verfolgt mit seiner Forschung klare Ziele. So will er unter anderem mehr aus Lebensmitteln herausholen, um möglichst wenig davon wegwerfen zu müssen – es war unter anderem von Zero Food Waste die Rede. Um ein solches Ziel zu erreichen, will Erich Windhab mithilfe modernster Technik bereits bei der Grundverarbeitung eines Lebensmittels Verluste minimieren.
Des Weiteren sprach er über neue Kultivierungs- und Erntemethoden wie Urban Farming und Vertical Farming. Es handelt sich dabei um zwei zukunftsorientierte Arten von Landwirtschaft. Mit einem Klick auf die beiden Begriffe können Sie sich etwas genauer ins Thema einlesen. Das lohnt sich auf jeden Fall, schliesslich könnte unsere Zukunft so aussehen. Denn im Vergleich zum Feldanbau kommt man in einem Gewächshaus auf den zehnfachen Ertrag, bei Vertical Farming ist es sogar das 150fache.

Für genauere Informationen zur Veranstaltung melden Sie sich bitte bei uns. Blogeinträge zu weiteren Vorträgen folgen.