Neue Ernährungsquellen Teil 3

Essento – Essbare Insekten auf den Tisch

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Christian Bärtsch, Co-Founder und Marketing-verantwortlicher von Essento, stellte an der ETH Tagung „Erschliessung neuer Ernährungsquellen“ die Ideen und Visionen des Schweizer Start-ups Essento vor.

Bereits nach den ersten Sätzen von Christian Bärtsch war klar, dass er zu einhundert Prozent hinter dem Start-up und dem Verkauf von Insekten als Delikatesse steht. Das Unternehmen will sich auf dem Markt etablieren – und das, obwohl der Verkauf von Insekten in der Schweiz noch nicht erlaubt ist.
Christian Bärtsch erklärte, dass Kartoffeln erst nach 200 Jahren und einigen Hungersnöten als Essen akzeptiert wurden. Genau wie Hummer und roher Fisch, die als Arme-Leute-Essen galten und wofür heute viel Geld ausgegeben wird. Deshalb ist er sich sicher, dass sich auch das Essen von Insekten durchsetzen wird.

Was denken Sie, wie viele Insekten essen Sie jährlich? Falls Ihre Antwort «keine» lautet, ist das leider falsch. Wir alle nehmen jährlich 500 bis 600 Gramm Insekten zu uns – Motorrad- und Fahrradfahrer sogar etwas mehr, so Christian Bärtsch. Zwei Milliarden Menschen weltweit entscheiden sich sogar ganz bewusst dafür, Insekten zu essen und bezahlen für die Delikatessen mehr als für Fleisch. Doch warum tun sie das?
Insekten sind gesund. Sie sind reich an wertvollen Nährstoffen wie
hochwertigen Proteinen, ungesättigten Fettsäuren, essentiellen Vitaminen und Mineralstoffen. Die Proteinwerte sind vergleichbar mit Fisch oder Fleisch.

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Auch was die ökologische Nachhaltigkeit anbelangt, sind Insekten lukrativ. 10-mal weniger Futter, 100-mal weniger Wasser, 100-mal weniger Treibhausgase und viel weniger Platz benötigt die Insektenzucht, um die gleiche Menge Insektenfleisch wie Rindfleisch zu produzieren.

Wir kennen über 2000 Insektenarten, die essbar sind. Drei davon will der Bundesrat im Jahr 2017 erfassen und den Verkauf dieser Insekten legalisieren. Es handle sich dabei laut Bärtsch um die Heuschrecke, den Mehlwurm und die Grille. Diese drei Arten seien gut und sauber züchtbar. Das Problem ist nur, dass Heuschrecken im Moment noch 200 Franken pro Kilogramm kosten und somit zu teuer für den Grossverkauf sind.

Wir von Kisotec sind gespannt, wie sich das Thema essbare Insekten entwickelt und ob es sich auch in der Gastronomie etablieren wird.

Zum Schluss verriet uns Christian Bärtsch noch seine Vision: Insekten sollen nicht nur aus ökologischen Gründen verzehrt werden, sie sollen auch «IN» sein. So soll ein Insekten-Burger in Zukunft nicht nur vom Weltverbesserer verspeist werden, sondern ein breites Publikum ansprechen.

Weitere Bilder und Informationen – auch zum kürzlich veröffentlichten Kochbuch „Grillen, Heuschrecken & Co.“ – finden sie unter https://essento.ch/.

Quelle aller Bilder: https://essento.ch/