Neue Ernährungsquellen Teil 4

250’000 Dollar für einen Burger

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Würden sie diese Summe für einen Burger bezahlen?
Es handelt sich hierbei nicht um einen Burger, der mit Gold veredelt wurde, sondern um einen Burger, der dank jahrelanger Forschung entstanden ist. Ein Burger, nicht vom Metzger, sondern aus dem Labor.
Doch wie entsteht ein Burger im Labor? Einfach erklärt spielt sich das so ab: Forscher entnehmen Zellen aus einem lebendigen Tier und füttern diese Zellen im Labor, damit sich diese vermehren. Aus einer einzigen Zellprobe können so bis zu 20’000 Tonnen kultiviertes Fleisch entstehen. Das erklärt Peter Verstrate, Chef des Unternehmens Mosa Meat an der ETH-Tagung „Erschliessung neuer Ernährungsquellen“. Für sein Fleisch aus dem Labor arbeitet Mosa Meat mit dem holländischen Forschungsteam von Professor Mark Post zusammen.

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Mosa Meat will in den nächsten Jahren mit seiner Forschung soweit vorankommen, dass umweltfreundliche Labor-Burger im grossen Stil verkauft werden können. Was aber bedeutet „umweltfreundlicher Burger“? Peter Verstrate spricht von 45% weniger Energieverbrauch, 96% weniger Treibhausgasausstoss, 96% weniger Wasserverbrauch und 99% weniger Boden/Land-Nutzung als bei der Aufzucht von herkömmlichem Rind.

2013 wurde bereits ein Prototyp des Labor-Burgers in London präsentiert. Dieser hatte aufgrund der hohen Forschungskosten einen stolzen Preis von 250’000 Dollar.

Für Peter Verstrate ist klar: Fleischersatz ist Zukunft. Die Frage sei nur, wie lange die Etablierung von Labor-Fleisch aus ethischen Gründen herausgezögert werde. Er selber esse bereits einmal die Woche etablierten Fleischersatz wie Quorn. Sich jedoch nur davon zu ernähren, kann sich Peter Verstrate nicht vorstellen. Zu gerne esse er ein saftiges Stück Fleisch. Da er aber langfristig an die Zukunft unseres Planeten denkt, sei er sich bewusst, dass unser Fleischkonsum in diesem Ausmass nicht weitergehen kann. Deshalb steht er voll und ganz hinter dem Versuch, Fleisch umweltfreundlicher im Labor zu produzieren. Hackfleisch wird dabei übrigens die erste Art von kultiviertem Fleisch sein. Es gäbe zwar bereits Ideen für die Entwicklung von ganzen Stücken Fleisch wie wir es zum Beispiel vom Filet kennen. Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg.

Mehr Informationen finden Sie unter http://futureag.info/tag/mosa-meat/.
Wir von Kisotec sind gespannt, wie sich das im Labor kultivierte Fleisch etablieren wird und freuen uns auf den ersten zahlbaren Labor-Burger.

Bildquellen: Burger: Futureag.info; Mark Post: Schweizer Bauer (David Parry PA Wire)